Zeitungen, da war doch etwas: diese nützlichen Helfer im Alltag

Autor: Maike Petersen [26.10.2017]

Neulich beim Renovieren

Das Streichen der Haustür und Innentüren stand an und die letzten herbstlichen Sonnenstrahlen wollte ich noch ausnutzen, um das schon seit langem geplante Vorhaben endlich in die Tat umzusetzen. Pinsel und Farbe warteten bereits im Keller auf ihren Einsatz und eines Morgens überkam mich der Elan, die Türen abzuschleifen. Keine Frage, es rüttelte an der eigenen Ehre, dass die Fertigstellung in Form des zweifachen Anstriches sofort im Anschluss erfolgen sollte. Und, wo kommt nun die Zeitung ins Spiel fragt ihr euch zurecht?

Dazu muss ich etwas weiter ausholen. Tageszeitungen gibt es bei mir seit vielen, vielen Jahren nicht mehr im Haus. Warum? Der Mehrwert, den mir eine regionale Tageszeitung geben kann, ist für mich persönlich gleich Null. Was ich genau an den regionalen Tageszeitungen kritisiere, dazu weiter unten mehr… Für Anzeigenblätter wurde noch weit vor den Tageszeitungen um mein Haus eine Bannmeile gezogen. Zum Teil gab es drei verschiedene Anbieter, die ihre Verteilersklaven für einen Hungerlohn durch die Gegend schickten und diese wiederum die Zeitungen überall reinstopften, was sich einfach öffnen lies: Flure von Mehrfamilienhäusern, in die gleich Stapelweise die Dinger abgelegt wurden. Abgelegene Waldgrundstücke oder Mülltonnen auf dem Weg der Verteilung gelegen, die mit den noch gebundenen und frisch aus der Druckerei gelieferten Paketen der Anzeigenblätter gefüttert wurden. Und nicht zuletzt jeder Briefkasten oder auch Briefkasten ähnliche Schlitz im Hauseingang, in den sich die Schundblätter irgendwie hereinquetschen liessen. Für mich einfach nur lästig und fern von jeder Logik, dass sich auf diese Art und Weise viele Menschen erreichen lassen.

Um also mit meinem Vorhaben des Anstreichens voranzukommen, musste ich mich auf’s Fahrrad schwingen und zum nahegelegenen Baumarkt fahren. Denn dort gibt es hinter dem Kassenbereich diese Dinger stapelweise. Praktisch für alle, die sich eben Blumen gekauft haben und dann durch das Einwickeln in Zeitungspapier das Auto sauber halten wollen… Praktisch auch für mich, da ich einfach nur zugreifen musste und ruckzuck wieder zuhause war, um loszulegen.

Eignen sich super in vielen alltäglichen Anwendungen: zum Renovieren, als Schutz vor Farbspritzer beim Streichen meiner Türen kamen ausnahmsweise einmal wider sogenannte Anzeigenblätter ins Haus. Den Inhalt habe ich nicht gelesen, dafür einfach nur schamlos den Farbtopf darauf abgestellt. Mussten dafür wirklich Bäume sterben? Tut das Not? Und wer schaltet in diesen Käseblättern heute noch Anzeigen und wirft so sein Geld aus dem Fenster? Für mich schier unverständlich…

Als überzeugter Digitaler kein Verständnis für die Welt der gedruckten Zeitungen

Wenn ich so in meinem Freundes- und Verwandtenkreis herumfrage, wer regelmäßig eine Tageszeitung bezieht, sind dies weniger als 2/3 der von mir Befragten. Wenn überhaupt gelesen, dann als Weiterreichungsgabe vom Nachbarn, als Gelegenheitsleser im Café oder bei Freunden und immer öfter höre ich: Habe ich gerade abbestellt, lohnt sich nicht. Der Inhalt ist eh nur Aufgewämtes vom Vortag, dass schon Stunden vor dem Lesen am Frühstückstisch auf dem Smartphone flimmerte, in der Tagesschau am Vorabend kundgetan wurde oder im Radio lief… Meiner persönlichen Meinung nach ist zudem auch die sprachliche Qualität der Beiträge grottig und von der Rechtschreibung einmal ganz abgesehen. Die inhaltliche Qualität der Beiträge bedient anscheinend eine Zielgruppe die weit von mir entfernt zu liegen scheint. Kreisliga-Fussball, Kleingartenverein, Rentnerthemen – wirklich lesen will ich dies alles nicht und Geld ausgeben für etwas, das ich nicht gebrauchen kann, schon gar nicht.

Anzeigenblätter kommen ungefragt und ohne Geldeinsatz ins Haus geflattert. Das macht es  nicht zwangsweise attraktiver, diese Bleiwüsten freiwillig durchzulesen und dafür einen Teil seiner Freizeit zu opfern. Informationsgehalt gleich Null. Ästhetisch mehr als eine Herausforderung und der Zielgruppe der Werbung entspreche ich anscheinend auch nicht. Ich frage mich, ob es anderen auch so geht und wer diese Anzeigenblätter wirklich noch liest?

Was machst du mit Anzeigenblättern? Nicht-repräsentative Umfrage:

  • les‘ ich nicht, landen ungelesen in der Papiertonne
  • habe ein Schild am Briefkasten, bekomme ich eh nicht
  • die sind für mich unverzichtbar: zum Auslegen der Biomülltonne *Lach*
  • ich kann damit gar nichts anfangen, aber meine Oma schaut da immer rein (macht das Kreuzworträtsel)
  • sammel gerade eine Kiste dieser Dinger zusammen: ziehe nächsten Monat um und brauch dann etwas, um das Geschirr einzupacken
  • stopfe meine nassen Schuhe damit voll, echt praktisch

Lachst du dich auch Schlapp, wenn dir jemand vorschlägt doch im örtlichen Käseblatt eine Anzeige zu schalten? Zum Glück gibt es viele andere (sinnvollere) Möglichkeiten im Digital Marketing, auf sein Unternehmen bzw. seine Produkte aufmerksam zu machen. Ich erstelle Konzepte für eure individuellen Anforderungen – erfolgreich DIGITAL!

Ist das das Ende der Zeitungen?

Um es noch einmal ganz deutlich klarzustellen: Ich reihe mich nicht ein in die Gruppe derjenigen, die Print grundsätzlich verteufeln und nur auf DIGITAL schwören. Dazu liebe ich vielzusehr gut gemachte Zeitschriften, Bücher und auch gedruckte Werbematerialien, wenn diese meine Ansprüche an Kreativität und Inspiration erfüllen, sind eine prima Sache. Was ich beantstande sind zum einen die mangelnde Qualität der Inhalte (dies fällt mir besonders bei den regionalen Zeitungen auf und auch bei bereits oben erwähnten Anzeigenblättern) in Verbindung mit mieser Umsetzung. Als auf Ästhetik und Typographie geschulte Kommunikations-Designerin, die das Meisterbuch der Schrift von Tschichold immer noch im Regal stehen hat, sind meine Ansprüche sicherlich höher als bei vielen anderen.

Auch Zeitungen sind für mich per se nicht ein Relikt der Vergangenheit. Es gibt hervoragende journalistische Formate, die ein wichtiger Teil meiner Informationsbeschaffung sind. Ganz besonders schätze ich DIE ZEIT, die viel zu viel Inhalt bietet, als das ich eine ganze (gedruckte) Ausgabe jemals komplett durchgelesen habe. Auch ist das Ausbreiten einer Papierzeitung furchtbar unpraktisch, der Tisch zu klein, der Platz in der S-Bahn nicht vorhanden, das Licht zu schlecht und somit (trotz Brille) nicht gut lesbar. Ich verschweige nicht, dass ich ein überzeugter DIGITALer bin und dass (schon immer mehr als 10 Jahre vor anderen) mein Workflow und Alltag weitesgehend digital abläuft. So ist es nur eine logische Konsequenz, dass ich Zeitungen digital konsumiere – sei es auf dem iPad oder dem iPhone. Und gerne zahle ich auch für hochwerige Inhalte!

Anzeigenblätter und regionale Printformate, die schlecht gemacht sind, braucht dagegen kein Mensch. Diese halte ich für reine Papierverschwendung und möchte jeden eindringlich bitten, wenn er/sie eine Anzeige plant, ganz genau und sehr kritisch zu hinterfragen, ob das investierte Budget nicht an anderer Stelle (Online 😊😊😊) viel sinnvoller einzusetzen wäre.

DIGITAL Marketing Expert | Maike Petersen