Growth Hack im Marketing - Growth Loops | DIGITAL Marketing Expert

Mal ehrlich, schon einmal etwas von Growth Hacking gehört?

Autor: Maike Petersen [28.02.2019]

Das englische Wort ‚growth‘ bedeutet Wachstum, also Steigerung der Useranzahl, der Kundenanzahl, des Umsatzes oder eine Steigerung des Customer Lifetime Values. Und im Growth Marketing geht es ganz klar um gezielte Business Uplifts. Dabei handelt es sich weniger um ein Tool noch eine Tätigkeit, sondern vielmehr um einen Prozess, der auf der Meta-Ebene im Online Marketing stattfindet. Es werden gezielte Loop-Ansätze mit riesiger Hebelwirkung eingesetzt sowie kontinuierlich Optimierungen durchgeführt.

Benötigt wird ein entsprechendes Growth-Mindest

Ein Hacker muss sich nicht an vorgegebene Prozesse halten – Open Mind und Innovation sind gefragt, alles ausprobieren, um das gewünschte Ziel zu erreichen. Der Growth Hacker benötigt viel Ausdauer genau wie Erfahrung als auch Durchsetzungskraft.

Growth Hack ist Königsdisziplin im Online Marketing | DIGITAL Marketing Expert

Growth Hacking ist cross-funktional und sehr komplex

Wie Growth Hacking noch besser und gezielter zum Erfolg führt, vermittelte Nikolas Vogt von der GROWTH AKADEMIE in seinem Kompakt-Kurs: zwei Nachmittage mit Erfahrungsaustausch, Learnings zu effektiven Akquisitionsstrategien und inspirierenden Gruppendiskussionen auf Pro-Level. Außerdem hochkarätige Expertenbeiträge von Nikolas Vogt (Global Growth Marketing, Google), Lorenz Aschoff (Co-founder & CPO, EyeEM) und Dorothee Seedorf (bis vor kurzem CMO bei Project A). Deutlich wurde in der Veranstaltung, dass Growth Hacking nicht bloss irgendein weiteres Buzzword im Marketing-Jargon ist, sondern bisher noch völlig unterschätzt und schlichtweg aufgrund der Komplexität in Entscheider-Ebenen oftmals nicht verstanden wird.

Dabei hilft der Growth Hacking Prozess im B2C- als auch im B2B-Bereich Startups, Marketing-Managern, SEOs, Social Media Managern, E-Commerclern, Datenanalysten, Produkt-Managern, App Marketern, Account-Managern, Online Vertriebler oder CIO/CDOs die Zusammenhänge zwischen linearen Kanälen, Akquisition und Retention in strukturierten Frameweorks ganzheitlich zu denken.

GROWTH AKADEMIE KOMPAKT 2019 in Berlin - Lorenz Aschoff (Co-founder & CPO, EyeEM)

GROWTH AKADEMIE KOMPAKT – Lorenz Aschoff (Co-founder & CPO, EyeEM) gibt wichtiges Wissen weiter an kleinen Expertenkreis

 

Silos einreissen: über alle Bereiche hinweg innovativ zusammenarbeiten

Ein ‚Ebnen‘ der Voraussetzungen von ganz oben ist notwendig: Growth Hacking funktioniert nur cross-funktional, d.h. quer durch alle Abteilungen muss holistisch vorgegangen werden. Produkt, Marketing und Vertrieb denken und agieren gemeinsam (Stichwort: Silos aufbrechen), Freiräume für „anders denken“ (out-of-the-box) und arbeiten müssen von der Geschäftsführung geschaffen werden.

Auch wenn von Growth Marketing die Rede ist, findet hierbei Growth nicht ausschließlich im Digital Marketing statt. Lorenz Aschoff (Co-founder & CPO, EyeEM) hat in seinem Expertenbeitrag im Rahmen der GRWOTH AKADEMIE KOMPAKT spannende Insights geliefert und darauf hingewiesen, dass bei EyeEM Growth im Produkt-Team fest implementiert ist. Bei Google sind Mitarbeiter im Product-Team nur für Growth zuständig.

Es sind viele Unternehmensbereiche zu inkludieren, weit greifende unternehmerische Veränderungen notwendig, ein passendes Mindset der Entscheider – kurz gesagt: ein agiles Zusammenarbeiten aller Ebenen mit dem übergeordnetem Ziel Growth. Mehrfach wurde im Rahmen der GROWTH AKADEMIE KOMPAKT bei der Vorstellung von Best Cases auf die ehemals von Google eingeführte Management-Methode OKR (Objectives and Key Results) verwiesen, die im Silicon Valley aber auch bei deutschen Unicorns erfolgreich angewandt wird.

Voraussetzungen für Growth Hack

Growth Hack-Eigenschaften füe mehr Erfolg | DIGITAL Marketing Expert
Growth Hack ist cross-funktional | DIGITAL Marketing Expert

Erkenntnis von der GROWTH AKADEMIE 💚💚💚💚💚 Growth Marketing ist die hohe Kunst des Online Marketings – mehr eine Frage des Mindsets und der ineinander greifenden Prozesse, findet abteilungsübergreifend auf der Meta-Ebene satt, ist komplex, erfordert holistisches Denken, Mut, Begeisterung und einfach nur ausprobieren statt zögern… das ist für Entscheider eine harte Nuss und überfordert viele schlichtweg.

Meine Erfahrung im Online Marketing ist es, dass Entscheider aber sich sehr gut auskennen müssen – auch in der Tiefe – um die richtigen Entscheidungen zu treffen.

 

Wachstum durch Growth Loops

Neukunden generieren, die weitere Neukunden nachsichziehen, darauf setzen Akquisition-Loops um exponentielles Wachstum in der Lead-Generierung zu erreichen. Im Anschluss daran greifen Retention-Loops, die Wiederkehrer in überzeugte Kunde verwandeln. Denn „jeder akquirierte User ist nichts wert, wenn er nicht zu einem loyalen Stammkunden wird“ so Dorothee Seedorf. Aus der Growth-Perspektive wird durch diese Vorgehensweise ein sehr stark loyalisierter User in den Referral-Loop gezogen.

Trigger und Loops für richtige Growth-Effekte müssen einem natürlichem Bedürfniss der User folgen. Als Startup handelte EyeEM zunächst intuitiv und hat das natürliche Bedürfnis der Menschen (Aufmerksamkeit und Anerkennung) mit „Build a stage“ perfekt bedient. Die Loops User generated Content powered by ego sowie Push endorphine liefern extrem viel neuen Content. Das User share-Feature führt zu mehr Traffic und Conversion.

Von Beginn stellte EyeEM konsequent den User in den Fokus des Handelns. Alles startete mit Hard Work, einer Ausstellung in Berlin, in der jeder seine Fotos via E-Mail mitten in der Ausstellung live zeigen konnte. Contentproduktion im eigenen Blog sorgte für entsprechenden Traffic. Erst im letzten Jahr wurde eine Performance Managerin eingestellt, die strukturiertes und strategisches Denken in den Vordergrund stellte. Doch konsequenter Weise steht das Loop-Denken „Product first“ (und damit zwangsweise auch User first) nach wie vor über allen anderen Anliegen.

Growth ist eine Mentality-Frage

Eine gute Growth-Person ist eine Mindset-Frage, davon ist Lorenz Aschoff überzeugt. Als Unternehmen gilt es, starke Experts an einen Tisch zu holen – zusammen arbeiten, holistisch und offen denken, experimentelles Arbeiten, viel ausprobieren. Im Fokus steht die digital Produkt-zentrische Vorgehensweise. Dabei werden systematisch und teamübergreifend neue Denkansätze (z.B. quartalsweise) ermöglicht und Produktfeatures neu gedacht. Der Growth Hacker denkt auf Metaebene, probiert Kreatives aus, begleitet aktiv das Upselling von bereits akquirierten Kunden.

Das Growth-Mindeset beinhaltet auch, den Blick zu erweitern und Begeisterung zu schaffen für ein komplett neues Thema – so kann eine Userschaft aufgebaut werden für ein neues Produkt. Learnings werden früh generiert, gedacht wird in Akquise und Retention und nicht im Kanalsilo.

Ganzheitliches Denken notwendig

Eines der Main-Learnings des KOMPAKT-Kurses war es, die von Nikolas Vogt sehr anschaulich erklärten Frameworks als gut strukturierte Vorgehensweise für die Umsetzung der eigenen Cases verstehen zu können. Dadurch wurde vielen Teilnehmern deutlich, wie die eigenen bisherigen digitalen Marketing-Akionen gezielter zu einem Ganzen verknüpft werden sollten, um noch effektivere Funnel zu bauen.

Schon die erste Gruppendiskussion der Growth Akademie Kompakt hat offen gelegt, dass die von Nikolas Vogt dargestellte strukturierte Loop-Vorgehensweise hilft, sozusagen als Layer die Zusammenhänge besser darzustellen. Gleichzeitig ist allen Teilnehmern klar geworden, dass in ihrer täglichen Arbeit noch sehr viel Luft ist nach oben ist zur Optimierung in der eigenen Umsetzung.

Ein große Herausforderung wird die Umsetzung im echten Leben darstellen: das „haben wir bisher immer so gemacht“ hinter sich zu lassen, Wege zu ebnen für Innovationen, die benötigte Schnelligkeit in der Umsetzung zu ermöglichen, andere für Growth-Denken zu begeistern, Freiräume für out-of-the-box-Denken im Arbeitsalltag zu realisieren.

Wie vorgehen und Neuerungen realisieren?

Empfehlung von Lorenz Aschoff für eine effektivere Vorgehensweise: „Probiert an die echten Sachen heranzugehen, die den größten Mechanismus haben“ im besten Fall mit einem zahlenbasierten Proof, zumindest aber einfach ausprobiert in Real Case und nicht als abstrakte Darstellung, das ist schneller und kann besser als Entscheidungsgrundlage für offenes Feedback dienen.

Neue Ideen können aber auch schon scheitern, wenn sie nicht passend aufbereitet sind und somit nicht umfänglich verstanden und erlebt werden können. „Frag dich, wie kannst du die neue Ideen so zeigen, dass diese greifbar und knackig dargestellt sind?“ gibt Lorenz daher mit auf den Weg. Alle potenziellen Neuerungen müssen sich bei EyeEM schonungslosen Feedbacks nach dem Prinzip Radical Candor von Kim Scott stellen, bevor diese in die Realsierung überführt werden.

Fazit

Die GROWTH AKADEMIE KOMPAKT vermittelt strukturierte Vorgehensweise für effektive Akquisitionsstrategie. Gut umgesetzt bringt die Akquisition nach hinten raus eine bessere Retention. Für nachhaltigen Erfolg ist es jedoch fahrlässig, ausschließlich auf die Neukundenakquise zu schauen. Deswegen konzentriert sich der Growth Hacker auf gut aufeinander abgestimmte Akquisition- und Retention-Loops. Sind die Kunden so begeistert, dass sie treu bleiben und immer wieder kommen, lassen sich langfristig erfolgreicher und höhere Umsätze erzielen.

Wer noch mehr zum Thema Growth Hacking lernen möchte, findet hier in der OMT-Themenwelt passende Infos und Webinare.

DIGITAL Marketing Expert | Maike Petersen