Das, was wir im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie erleben (Homeoffice und dadurch steigende Nutzung digitaler Lösungen, Homeschooling und dadurch rasanter Fortschritt der Nutzung digitaler Lernplattformen etc.) war für viele Unternehmen noch zum Anfang des Jahres 2020 schier unvorstellbar und fühlte sich für viele unglaublich digital-fortschrittlich an, hat jedoch mit einer echten Digitalen Transformation der Unternehmen rein gar nichts zu tun.

Disrupti - Digitale Transformation im Vergleich - ROCK YOUR DIGITAL BUSINESS - Buch Maike Petersen

Werden oft miteinander verwechselt oder im Sprachgebrauch nicht richtig voneinander abgegrenzt: Disruption – Digitalisierung – Digitale Transformation im Vergleich

Die letzten zehn Jahre verlief die Geschwindigkeit der Digitalisierung eher gemächlich mit langsam steigender linearer Wachstumskurve. Alexander Müller, geschäftsführender Gesellschafter von GEDANKENtanken, gibt in einem Video mit Tobias Beck einen Ausblick: Die noch bevorstehende Dimension der Digitalisierung ist nicht wirklich abschätzbar und uns steht eine stark explodierende Digitalisierung mit exponentieller Wachstumskurve bevor. Im Verhältnis zu den kommenden zehn Jahren war die bisherige Entwicklung demzufolge gemächlich, d. h., das Tempo der Veränderungen war langsam und es würde vielfach nicht erkannt werden, dass die Digitalisierung in naher Zukunft „richtig, richtig abgehen“ wird, so Müller.

Aufgrund der Corona-Krise und der damit verbundenen quasi über Nacht verstärkten Homeoffice-Tätigkeit vieler Unternehmen sowie der Notwendigkeit digitalisierter Schulungsangebote für Schüler sowie Studenten, der Suche vieler Veranstalter nach Online-Alternativen für Events und Messen, der verstärkten Nutzung Bargeldlosen Zahlens stehen wir inmitten einer skurrilen Situation: Plötzlich ist die zunehmende Digitalisierung um uns herum spürbar. Plötzlich zeigt die Digitalisierungskurve leicht exponentiellen Anstieg, besteht für Unternehmen der Zugzwang, sich schneller als gedacht mit Remote-Arbeitsweise und entsprechender Technik für Video-Konferenzen, Tools für (digitales) kollaboratives Arbeiten etc. auseinander zu setzen. Das alleine ist noch lange nicht ausreichend und schon gar nicht ein Synonym für eine Digitale Transformation. Es ermöglicht aber mit den für viele ersten Berührungspunkten in Sachen digitalisierte Abläufen ein Wechsel eines bisher eher abstrakteren Verständnisses, was viele zum Thema haben, hin zu einer Vorahnung dessen, was auf uns zukommen wird.

Unterschied Disruption – Digitalisierung

Doch Digitalisierung ist noch keine Disruption – diese besteht, wenn Kundenprobleme auf völlig neue, bisher unbekannte Art und Weise, gelöst werden und damit ein neues Kundenverhalten ausgelöst wird, für das niemand zuvor einen Denkansatz geliefert hat. Digitalisierung hingegen heisst schlichtweg einen Ablauf zu digitalisieren. Und wenn es ein Scheißablauf ist, der Kunden irre nervt, ist dieser halt digital und nervt die Kunden weiterhin wie Hölle.

Beispiel: ein Anschreiben verfassen bei einer Bewerbung ist für Kunden = Bewerber mehr als nervig. Für Bewerber sind gängige Bewerbungsseiten, schlechte Formulare mit mieser UX ein echt nervtötendes Problem! Und dann kommt dieses Anschreiben, dabei steht doch alles im CV und man will einfach nur arbeiten, seine Fähigkeiten einbringen (stehen im CV) und einfach nur einen verdammt guten Job machen – doch das Bewerbungsprozedere samt Anschreiben ist wie von anno dazumal… nervt. Auf Kundenbedürfnisse = Bewerber wird nicht Rücksicht genommen. Clevere, neue und auch digitale Vorgehensweisen, die zudem dem Kunden = Bewerber noch richtig Spaß bringen und einen guten Einblick in die Unternehmenskultur bieten, sind rar. Das Anschreiben “digitalisiert” sprich auf der Formularebene eingegeben werden können, ist dasselbe in grün außer dass das Anschreiben nicht vorneweg in einer Word-Datei verfasst werden muss. Aber es nervt den Kunden = Bewerber genauso. Warum wohl will ich bei Firma XY arbeiten? Was ist wohl meine Motivation? Dreimal dürft ihr raten… stattdessen muss man sich irgendetwas ausdenken… Hier wünschen sich Bewerber endlich einmal echte Disruption und nicht nur Digitalisierung eines Scheissablaufs.

So hängen Disruption und Digitale Transformation zusammen

Freche Start ups haben Mitelständlern und großen Konzernen eines voraus: sie machen einfach! Und sie können sich nicht auf historisch gewachsene Abläufe stützen, die von den realen Kundenbedürfnisse oft ganz weit weg sind. Der Vorteil der Start ups  ist das Reagieren und gnadenlose in den Mittelpunkt stellen der Kundenbedürfnisse. So gelingt ihnen die Disruption eines einst soliden Marktes.

Beispiele für digitale Disruption: Booking.com macht es besonders Vielreisenden leicht, Hotelbuchungen zu überblicken und erspart Kunden die Quälerei auf vielen verschiedenen (oft sehr schlecht gemachten) Hotel-Websites sich mühevoll durchklicken zu müssen. Oder mytaxi (jetzt: FREE NOW) und Uber, die die Taxibranche überrumpelt haben. Oder der 3-D-Drucker mit dem man plötzlich schier unendliche Objekte schnell und kostengünstig produzieren kann und der es findigen JungunternehmerInnen ermöglicht, quasi im Handumdrehen spezielle Prothesen anzubieten mit einen echten Mehrwert für die Nutzer.

Wie steht es um die digitale Transformation in deinem Business?

Meine Prognose: Unternehmen, die wie gehabt agieren und die Kundenbedürfnisse weiterhin ignorieren, werden früher oder später untergehen. Das Fatale daran ist: Anscheinend lässt sich jetzt noch mit den gängigen Vorgehensweisen Umsatz generieren. Und dass auch bei all den haarsträubenden, schwerwiegenden Missständen, die eh schon da sind (Projektfehlplanung, eindimensionale und Fakten ignorierende Entscheidungen, miese Prozesse, kein strukturiertes Vorgehen, A weiß nicht, was B macht, kein Arbeiten an einem Daten- und Informationsstrang, katastrophale Intransparenz der Entscheidungen und fehlender Infofluss, umständliche und langsame Entscheidungswege, keine Unternehmenskultur, keine lösungsorientierte IT, keine zeitgemäßen Tools u. v. m.), bislang in der alten Welt noch Umsatzwachstum erzeugt werden konnte, scheint einem Wunder zu gleichen. Auch wird diese trügerische Sicherheit des kurzfristigen Erfolges von Entscheidern dazu missbraucht, die bisherige Vorgehensweise nicht zu ändern und mit etwas kosmetischer Justierung der digitalen Transformation entgegentreten zu wollen. Jedoch werden in der digitalen Welt Fehler und fehlende funktionierende Unterbauten noch schneller zum Fiasko führen, weil für alles Angreifer auf dem Markt bereitstehen werden, die User künftig besser und schneller bedienen können.

In der digitalen Welt kippt folglich das Versagen umso rasanter auf die Füße, denn auch digitaler Bullshit bleibt Bullshit – nur eben digital – und das Unternehmen ist damit noch viel schneller dem Untergang geweiht. Für jeden nervigen Kundenprozess wird es früher oder später eine völlig neue Lösung geben, nur selten vom langjährigen Marktanbieter.

Allerhöchstens fünf bis zehn Jahre (vielleicht auch deutlich weniger) werden die Nicht-Digitalversteher und Verweigerer des konsequenten, mutigen und massiven digitalen Wandels als vermeintliche „Schonfrist“ haben, bevor ihre Unternehmen gnadenlos untergehen.

Disruption - Digitale Transformation - ROCK YOUR DIGITAL BUSINESS - Buch Maike Petersen

Digitale Disruption lauert – Wandel notwendig
Die Frage lautet: Wie lange noch kann mit den jetzigen Vorgehensweisen das heutige Umsatzniveau gehalten werden? Sind es drei, fünf oder zehn Jahre? Und wenn erst einmal ein disruptives Geschäftsmodell als Wettbewerb auf dem Markt existiert, wird das Ende alter Umsatzoptionen rasant eingeläutet werden.

Benötigt wird Schnelligkeit und eine offene Mentalität für Neues

Karin Maria Schertler (Mitglied der Geschäftsleitung von Serviceplan) nennt es den Disruptions-Dreiklang bestehend aus Technologie, Organisation und Mensch und geht in ihrem Beitrag im manager magazin darauf ein, warum “Disruptionsgerede” nervt und was wirklich hilft. Sie mahnt, dass nicht ausschließlich der digitale Technologie-Turbo angekurbelt werden soll, sondern ein Dreiklang von Technologie, Organisation und Mensch zum Ziel führt und in einen nachhaltigen Wandel des Unternehmens mündet.

Der Mensch im Fokus wird oft vergessen

Wir reden nicht davon, dass es mit einem bisschen Veränderung getan ist, dass mal eben ein paar Punkte der langen To-do-Liste bereits fertig sind und das reichen würde. Wir reden von einer konsequenten, mutig angepackten Transformation deines Business tief in den Kern hinein bis in die letzten Arbeitsabläufe und Entscheidungswege, tief hinunter bis in die operative Arbeit und eingesetzten Tools (ohne Kompromisse), was unter Umständen erst einmal mehr Geld verschlingt, als es einnimmt.

Ein absolutes NoGo ist es, den Change nicht mutig & konsequent anzupacken.

Fakt ist: Wenn du die Änderungen nicht angehst, die Prozesse nicht anstößt und den Unterbau für den Vertrieb deiner digitalen Produkte nicht anpackst, wird früher oder später ein Wettbewerber mit einem disruptiven Geschäftsmodell rasanten Erfolg verbuchen. Jedes digitale Produkt und die dazugehörigen Features – geschaffen mit 100 Prozent Customer Centricity für die absolute Begeisterung des Users und auf genau den bestehenden Bedarf hin entwickelt – müssen für User möglichst bequem in wenigen überhaupt nicht störenden Schritten mit größtmöglichem Vergnügen erreichbar sein.

Digital erfolgreiche Unternehmen zeichnet Kunden-Fokus aus

Nah am Kunden dran sein, viele Umfragen durchführen und herausfinden, was den Kunden wirklich bewegt. Kompromisslos wird der Kunde in den absoluten Fokus jedes Handelns gestellt (User Centricity), ohne Wenn und Aber wird das für den Kunden bequemste Angebot entwickelt. Und dieses Anliegen wird sehr ernst verfolgt, immer wieder wird im Daily Business das Handeln nach diesem Anspruch abgeglichen: Ist es für den User, sprich Kunden relevant? Wenn ja: machen. Wenn nein: sein lassen. Alles, was der Unternehmensbrille geschuldet ist, gehört zwangsläufig in die zweite Kategorie und kann getrost sein gelassen werden.

Der Kunde im Fokus jeglichen Handelns

Was passieren kann, wenn Branchenriesen jahrzehntelang konsequent den Kunden arrogant ignorieren, erlebt man, seitdem verschiedene Start-ups den Bankensektor kräftig aufmischen. Der ehemalige Vorstandssprecher der Deutschen Bank, Hilmar Kopper, hat mit seiner „Peanuts“-Äußerung im Rahmen einer Pressekonferenz am 25. April 1994 ganz unverhohlen die verachtende Haltung seiner Bank gegenüber dem Kleinanleger zur Schau gestellt. Die Peanutskränkung des Bankkunden Otto Normalverbraucher sitzt tief und ist noch heute ein Synonym dafür, als Durchschnittsbankkunde mit den eigenen Anliegen von denen da oben ignoriert zu werden und keine Rolle zu spielen. Diese kundenfeindliche Haltung kann sich in Zeiten digitaler Disruption keine Bank mehr leisten.

Business-Uplift für dein Unternehmen

In meinem Buch ROCK YOUR DIGITAL BUSINESS erfährst du mehr über das Thema KPI-Matrix, worauf es rund um KPIs ankommt und wie du deinem Business mit einem Querdenker den Digital-Uplift realisieren kannst.

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Maike Petersen

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