DIGITAL talk: Der Podcast für Querdenker. Heute im Gespräch mit Andrea Korsten über (wie könnte es anders sein) über den Querlenker. Was ist ein Querdenker, wieso ist es so wichtig, out-of-the-box zu denken usw.

Kurze Zusammenfassung

Ja, es gehört Mut dazu: Mut zum Querdenken aber auch Mut, einen Querdenker erst überhaupt in das Unternehmen hereinzulassen. Denn, der Querdenker ist unbequem – und das ist auch gut so. Im Gespräch mit Andrea Korsten (Head of Innovation & Product Management – Interior / Office Solution) stellen wir heraus, warum das “stur” sein so wertvoll ist. Diese unerbittliche Konsequenz, die ein Querdenker an den Tag legt, macht im Endergebnis den Unterschied aus.

Mit dabei in dieser Folge:
AndreaKorsten

DIGITAL talk - Folge 1 | Der Querdenker

Shownotes

Andrea Korsten
🔹ARCHITECTUR 🔹INTERIOR DESIGN Expert🔹PRODUCT Management 🔹INNOVATION 🔹Querdenker🔹NEVER GIVE UP Mindset
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Über die DIGITALqueen Maike Petersen
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Transskript

Intro

Das Querdenken: da gehört auch Mut zu, quer zu denken.
Aber einen Querdenker ist genau dieser Tritt in den Arsch, den Unternehmen und Entscheider brauchen, weil es allein nicht passieren würde.

Maike: Herzlich willkommen zum ersten Podcast von DIGITAL talk. Meine heutige Gesprächsteilnehmerin ist Andrea Korsten.

Andrea: Hallo, guten Morgen Maike.

Maike: Ich freue mich, dass du dabei bist. Wir können ja gleich mal loslegen. Wer bist du? Was machst du? Warum sitzen wir hier zusammen?

Andrea: Ja zu mir gibt es ganz kurz etwas zu sagen: Ich bin Head of Produktmanagement in einem Unternehmen aus der Office Branche. Mein ganzer Weg, mein ganzer Werdegang kommt aus dem Bereich Architektur Interior Outfitting. Dadurch habe ich natürlich auch sehr gute Kontakte in die Architekturbranche, weiß wo der Trend zu so ein bisschen hingeht, mache selber auch Farbvorschläge für Architekten und Einrichter und helfe den Leuten halt, einfach das zu Hause einfach etwas wohnlicher zu gestalten.

Maike: Hört sich spannend an prima. Wir haben seit ein paar Monaten öfter mal getroffen im beruflichen Kontext. Da habe ich dich ja auch kennengelernt als Out-of-the-box Mensch, sehr offenen Mensch und abweichend von anderen Personen. Und das ist auch genau der Grund, weswegen ich heute mit dir ein kleines Interview führe. Hier im DIGITAL talk möchte ich gerne das Thema Querdenker in den Fokus stellen. Ich möchte gerne, dass querdenkende Menschen, die die Digitale Transformation vorantreiben, und Unternehmer besser zusammenkommen. Das ist der Rahmen des heutigen Gesprächs. Also…

Andrea: Ja noch mal vielen Dank für die Einladung super spannendes Thema. Ich finde es total wichtig, dass man halt immer so ein bisschen out-of-the-box denkt. Es gibt zu viele Leute, die Mainstream unterwegs sind. Aber das ist nicht mehr die Zukunft! Wir müssen halt einfach mehr Querdenker zusammenbringen, damit wir halt einfach den Weg auch in die Zukunft schaffen.

Was ist der Querdenker?

Maike: Vielleicht können wir mal damit anfangen, was der Querdenker ist? Querdenker ist noch kein Buzzword, es kennen noch zu wenige. Aber “out-of-the-box” ist schon etwas weiter verbreitet und geht schon mehr in die Richtung Digitale Transformation.

Ich frame mal ganz kurz, was für mich der Querdenker ausmacht, was ich dahinter verstehe und dann können wir vielleicht darauf entsprechend weiter diskutieren.

Der Querdenker ist für mich die komprimierte Form einer Persönlichkeit, die sehr breit aufgestellt ist in ihrem Erfahrungskontext. Die eine Schnittstellenfunktion in Unternehmen einnimmt und das Anliegen der Veränderung vorantreibt – Stichwort “Digitale Transformation”, Stichwort “das Unternehmen muss irgendwie fit gemacht werden für die Zukunft” (wie auch immer man das genau einordnet)… Diese Person, dieser Querdenker treibt das entscheidend mit voran! Natürlich nicht alleine, das kann kein einzelner Mensch machen. Aber ein Querlenker ist genau dieser ‘Tritt in den Arsch’ den Unternehmen und Entscheider brauchen, weil es allein nicht passieren würde. Weil sie es vielleicht schon  jahrelang probiert haben, entweder mit externer Hilfe oder oder oder… Aber sie sind nicht wirklich vorangekommen sind. Mittlerweile stehen viele Unternehmen vor einer sehr entscheidenden Situation stehen: Die Weichen müssen gestellt werden für die Zukunft.  Der Wettbewerb schläft nicht. Die Marktsituation ist auch nicht unbedingt glücklich Das heißt, Unternehmen habe einen sehr großen Pain, einen sehr großen Leidensdruck und müssen handeln! Genau an dieser Stelle glaube ich, dass die Querdenker aufgrund ihrer persönlichen Eigenschaft, aufgrund ihrer Treiber-Fähigkeit, aufgrund ihrer breiten holistischen Denkweise und ihrer Fähigkeit, andere mit zu motivieren & mitzuziehen. Dinge anzusprechen mit Klarheit, die sonst zu wenig Leute so klar & direkt ansprechen. Deswegen glaube ich, dass der Querdenker diejenige Person ist, die einen wesentlichen Anteil zum Gelingen dieses Digital-Shifts haben wird.

Das ist so meine Interpretation des Querdenkers und das ist keine Taktik, keine Technik das ist auch keinen Berufsbild. Das ist letzten Endes etwas sehr komplexes aus Persönlichkeit, aus Erfahrungshorizont aus “gelassen werden”. Man muss befähigt werden, man muss dafür natürlich Vollmachten haben im Unternehmen und Vertrauen genießen.

Dieser Mix aus verschiedenen Gegebenheiten kann eigentlich die Grundlage dafür sein, dass der Querlenker aktiv ist. Das ist mein Verständnis von Querdenker.

Querdenker stoßen auf ein konformes Umfeld

Maike: Ich weiß aus eigener Erfahrung wie es im Beruf abgeht, aber eben auch schon in der Gesellschaft, in der Schule und so weiter werden Menschen eher konform erzogen werden (wie auch immer man das so nennen will). Die Welt – also wenn wir es mal auf Deutschland beziehen – ist nicht wirklich für Querdenker geeignet. Man hat sehr viele Regulatorien zu beachten, man wird auch nicht wirklich als Querdenker oder als out-of-the-box-denkender Mensch bevorzugt ausgebildet, bevorzugt erzogen… von seinem Umfeld nicht, von der Schule nicht. Im Arbeitsumfeld ist es ähnlich. Da gibt es noch sehr viel Schubladendenken, sehr viel Silo-denken… Das ist sozusagen genau das Gegenteil von, dem was ein Querdenker macht. Diese zwei Welten, die prallen halt aufeinander…

Zum Querdenken wird Mut benötigt

Andrea: Das kann ich genauso bestätigen! Das Querdenken, da gehört auch Mut zu, quer zu denken. Wie du schon gesagt hast, ist es sehr konform in Deutschland. Ich hatte das Glück, dass ich an den verschiedenen anderen Ländern arbeiten konnte. Ich kann Österreich nennen, wo man immer sagt “ja das kleine Österreich”, aber das sind Querdenker! Die sind sehr innovativ unterwegs. Und sie lassen auch machen. 

Also, wenn sie Querdenker haben, dann lassen sie machen, statten sie mit dem Vertrauen aus, welches ein Querdenker braucht.Aber auch halt natürlich mit den Tools, die man dafür braucht. Ich habe in einem Unternehmen erleben dürfen, das wirklich von der Geschäftsführung angefangen bis runter zum direkten Vorgesetzten das Querdenken ausdrücklich gewünscht war. Macher-Qualitäten waren gewollt und auch Visionen sollten verfolgt werden. Das auch mit entsprechend Geld unterfüttert worden ist, weil das eine kann ohne das andere nicht funktionieren.

Macht einfach mal! Wenn viele Querdenker zugleich zugelassen sind

Andrea: Und was da natürlich unheimlich viel Spaß gemacht hat, ist mit ganz vielen der gleichen Sorte unterwegs zu sein: nämlich mit Querdenker aus den unterschiedlichen Bereichen (wir hatten Querdenker im Bereich Licht, wir hatten Querdenker im Bereich Architektur, aber auch halt Planer und Projektleiter, die sich was getraut haben). Damit dann ein Projekt zu stemmen – wie beispielsweise bei uns im Bereich Projekt- und Objektgeschäft – das kann dann ganz andere Sachen auslösen. So das auch der Kunde auf einmal sich traut und sagt: “Macht einfach mal! Ich lasse mich von euch inspirieren. Gib mir diese ganzen Informationen die ihr habt und wenn es dann etwas mehr kostet ja dann machen wir es halt. Hauptsache, es sieht toll aus!”.

Gute Querdenker sind störend & unbequem – aber erzielen beste Ergebnisse

Maike: Das ein gutes Stichwort: Wir beide haben in einem Workshop gesessen vor einiger Zeit mit dem Robert…

Andrea: …Vollhardt von Stylepark

Maike: Von Robert Vollhardt kam so ein Satz wie: Aus seiner Sicht sind gute Designer Querdenker und die sind fürs Unternehmen erstmal unangenehm und störend und schwierig. Weil sie den gewohnten Arbeitsablauf durcheinander bringen. Letzten Endes kommt man aber nur dann an gute Produkte und an gutes Design, wenn man diese Querdenker auch gewähren lässt.

Andrea: Richtig!

Maike: Und nur so kommen auch entsprechend plötzlich ganz neue Produktwelten heraus. Das fand ich einen sehr guten Satz! Es ist zwar jetzt nicht den Rahmen meines Digital Marketings, wo ich sonst unterwegs bin, sondern ist auf Design, Innovationen und Architektur bezogen gewesen. Aber letzten Endes trifft es aus meiner Sicht genau das, worüber ich mit Querdenkern und mit der Welt über Querdenker reden möchte.

Für Unternehmen ist das Querdenken manchmal echt schwierig auszuhalten

Maike: Für Unternehmen ist das Querdenken manchmal echt schwierig auszuhalten. Der Querdenker hat halt komplett andere Ideen, weil er out-of-the-box denkt. Und der Querdenker hat andere Vorgehensweisen, aber das Ergebnis nachher, das ist das, was zählt! Und das ist gut.

Andrea: Auf jeden Fall! Ich möchte das Thema Designer noch mal aufnehmen, da ich das Vergnügen hatte, mit zwei wirklich hochkarätigen Designern zusammen arbeiten zu dürfen. Und jeder hat gesagt: “Oh, das wird schwierig.” Ja, es war auch schwierig. Aber es war unheimlich inspirierend, weil die Designer eine Vision verfolgt haben. Und sich überhaupt keine Gedanken gemacht, ist es machbar oder nicht. Letztendlich bestand unsere Challenge daraus, diese Machbarkeit sicherzustellen. Und die Produkte, die da entstanden, waren wirklich Rocket Science! Damit haben wir auch den Mark entsprechend inspiriert. Das ist auch das, was der Robert Vollhardt von Stylepark gemeint hat. 

Querdenker sind stur, aber im positiven Sinne = konsequent

Andrea: Es ist nicht leicht, mit Querdenker zu arbeiten, weil diese Querdenker teilweise auch wirklich stur sind. Sie sagen nein, möchten es genauso und keinen Millimeter rechts und links gehen. Aber das Endergebnis begeistert wirklich.

Vom digitalen Ansatz her habe ich eine ganz tolle Erfahrung mit einem Architekten gemacht, dem wir halt wirklich Marketingmäßig Printmaterialien zur Verfügung stellen wollten. Dieser  jedoch nur eine digitale Lösung akzeptierte. Wir mussten uns hinterfragen, inwieweit wollen und können wir die ganzen digitalen Geschichte unterstützen? Den Architekten haben wir mit an Bord geholt und ihn gefragt: “Was brauchst du denn?”

Ich glaube auch das ist etwas, wogegen sich viele Unternehmen sträuben. Die Vorstellung, ich hol mir da jemand Fremden ins Boot und der könnte dann mein Geschäftsgeheimnis halt ausplaudern, davon muss man sich auch frei machen. In meinem Beispiel hat uns der Architekt inspiriert, unsere Daten digital aufzubereiten. Wir haben sogar angefangen mit Virtual Reality, mit dieser Brille die man ja von den von den Konsolen und von Playstation und so weiter halt kennt. Wie haben eine Agentur mit an Bord geholt. Es entstand ein Wohnungs-Outfitting mit Drag-and-Drop, indem wir einfach nur die Produkte halt aus dem

Backlog genommen haben und an die gewünschte Stelle gezogen haben. Ich bin dann mit einem Joystick durch mein Apartment durchgelaufen und habe halt die Produkte dort gesehen. Das gab mir sofort einen viel besseren Blick dafür, als ich vielleicht im Katalog oder auf einer Zeichnung gehabt hätte.

Customer View nicht verlassen dank Querdenker-Input

Maike: Das sind zwei Dinge, die ich da sehe: Customer View (also so zu sagen die Unternehmens Brille verlassen und mal gucken, was braucht der Kunde bzw. der Mensch, den man erreichen möchte?). Wenn du durch dein Apartment mit der VR-Brille gelaufen bist, war das ja sozusagen aus Kundensicht, nicht wahr? Wie muss der Kunde nachher das Produkt verstehen… Das hätte es, wenn ich das richtig verstanden habe, aber ohne diese Querdenker, den Querdenker-Input und dieses sture darauf Beharren, wahrscheinlich nicht gegeben.

Andrea: Richtig, es hätte es nicht gegeben. Und vor allen Dingen im Nachgang hat es uns natürlich Aufträge beschert, weil wir die Kunden Fiebers abholen konnten. Also vom Kunden kommt immer die Frage: “Wie schaut das denn aus?” Nicht jeder hat ein dreidimensionales Vorstellungsvermögen. Wir konnten es jetzt wirklich mit VR darstellen, den Kunden durch das Apartment laufen lassen. Schau dir die Produkte an. Gefällt dir das? Gefällt dir die Farbgebung dort? Möchtest du die Leuchte a oder b dort und dort haben? Man konnte sofort auch interagieren in dem man gesagt hat okay, du möchtest die doch nicht haben? Okay, ich nehme die raus und setz dir das rein was du haben möchtest. Und schon konnte der Kunde sofort ein WOW erleben: So wird es in meinem zu Hause aussehen, genauso möchte ich es haben. Unterschrift drunter, Vertrag fixiert und Geschäft war unter Dach und Fach.

Maike: So soll es sein! Es geht ja in letzter Konsequenz um unternehmerischen Erfolg, was hinter dem Growth Gedanken und dem Querdenken steht – es ist kein Egoismus, sondern das Anliegen ist der Erfolg des Unternehmens & Umsatz. Also muss man Wege finden, wie man Hebel für den Erfolg birgt und entsprechend umsetzt.

WOW-Effekt & gewisse persönliche Eigenschaften eines Querdenkers

Maike: Du hast in deinem Beispiel gesagt, dass die Personen auch mal sehr stur waren: sozusagen Querdenker = stur. Ich denke es braucht gewisse persönliche Eigenschaften, um dieses Treiben überhaupt umsetzen zu können. Ich finde stur ist zwar in der Regel mit negativer Assoziation bedachtes Wort, ich persönlich finde es hingegen sehr positiv. Wenn man nicht stur wäre, dann würde man diesen Change nicht hinbekommen! Der ist unbequem, der tut auch oft einem Unternehmen weh, aber es sind wichtige Dinge, um zum Erfolg zu kommen. Da die bisherigen, jahrelangen Versuche waren meistens nicht erfolgreich. Das bedeutet, mit Nettigkeit oder mit zarten Fingerhändchen anpacken hilft nicht. Da muss man wirklich Tacheles reden und auch wirklich sagen, man hat einen guten Grund, warum man der Überzeugung ist Idee 1, 2, 3 (oder was auch immer) führen zum Ziel.

Wenn ich das mal ‘übersetze’, was du gesagt hast, dann bin ich als Designer überzeugt, dass meine Produktvision die richtige ist und zum unternehmerischen Erfolg führen wird. Und wenn ich da nicht bei bleibe und klein bei gebe, würde ich Mittelmaß produzieren. Mittelmaß ist nicht hilfreich. 

Andrea: Genau so. Ich würde vielleicht auch “stur” übersetzen mit “konsequent”. Weil Konsequenz ist das, was letztlich auch zielführend ist. Ich habe einen Beispiel auch aus meiner Praxis gehabt mit einem Designer, der auch unter anderem Geschäftsführer war. Was eine sehr schlechte Kombination in dem Fall war, weil der Designer immer die Interessen des Geschäftsführers ausgehebelt hat. Dieser möchte ja Geld verdienen, aber der Designer möchte natürlich sein Produkt als Non plus ultra da stehen haben. 

Somit wurde das Produkt – bis fast in die finale Phase – immer weiterentwickelt und verbessert und zum Nutzen des Kunden halt auch optimiert. Ist das Look-and-Feel für den Kunden ansprechend? Ist die Usability für den Kunden halt optimal? Wenn da irgendetwas mit Nein beantwortet wurde, wurde das noch mal verbessert. Es war für den Designer einfach die Konsequenz, dieses stur sein, und für den Geschäftsführer in der gleichen Person immer so ein bisschen eine Gratwanderung: Was mache ich jetzt? Möchte ich jetzt verkaufen und sag ok das Produkt geht auf den Markt mit einem nicht hundertprozentigen Design oder schlägt das Design letztendlich den Geschäftsführer.

Meistens war so, dass das Design den Geschäftsführer übertrumpft hat und das Produkt nochmal angefasst wurde. Mit der Konsequenz, dass das Produkt (wenn es dann auf den Markt kam also wirklich für ein absolutes WOW gesorgt hat. Jeder war hin und weg und sagte: “Ich brauche das, egal was es kostet. Das sieht einfach nur sensationell aus!”

Das glaube ich ist es, was letztendlich der Querdenker auch haben muss: Diese Konsequenz bis zum Letzten das durchzuziehen und dann diesen WOW-Effekt zu erzielen.

Querdenker muss konsequent gemäß dem Commitment umsetzen

Maike: Das ist ein schönes Stichwort. Als Digital Marketer übernehme ich das WOW-Produkt, um dafür WOW-Kampagnen u.a. dafür zu machen. Ich fand auch noch ein anderes Stichwort ganz gut: Du hast ganz am Anfang beschrieben, was deine Rolle ist. Du bist für den Bereich Produktentwicklung zuständig, sollst die Produkt-Roadmap eines Unternehmens auf den Weg bringen. Wenn du kein Querdenker wärest und nur so in deinem Bereich agieren würdest, dann könntest du Produkte entwickeln, wie du wolltest, die können noch so toll sein. Allerdings macht es keinen Sinn nur den einzelnen Bereich isoliert zu betrachten, vorher und nachher nicht zu berücksichtigen. Sprich: Was passiert nachher ist Marketing und Vertrieb und vorher entsprechend Produkt-Strategie und die Unternehmensstrategie und Unternehmensvision. Bestenfalls fängt es ganz vorne mit der Unternehmensvision an und es gibt ein gewisses Ziel, der beste auf dem Markt zu werden, das beste Design zu liefern. So kannst du es natürlich auch nur logisch konsequent in deiner Produktentwicklung fortsetzen.

Andrea: Richtig:

Maike: Dafür braucht man ein Commitment im Unternehmen, dass man auch wirklich diese Exzellenz verfolgt. Dann muss auch ein Querdenker, wie du es gesagt hast, konsequent sein. Da muss man manchmal auch stur sein! Es würde ja nicht helfen, wenn du eine Vision hast, eine unternehmerische Vision, die auf diese Exzellenzen abzielt, aber du in der Produktentwicklung das nicht abbildest. Es muss ja einen durchgängigen Faden vorhanden in dieser Schiene Unternehmensvision & Unternehmensstrategie dann seine Produktentwicklung, Vermarktung und Vertrieb.

Andrea: Genau. Die Unternehmensvision ist wirklich die absolute Basis halt für die Produktentwicklung, weil man wissen möchte wohin die Reise geht. Ich greife das dann auf  im Ideation-Workshop. Die Ideation-Phase ist eine sehr wichtige Phase für das Produkt, dort fließen die Interessen aus dem Unternehmen und die von Kunden zusammen. Letztendlich Customer Centricity. Das ist zwar immer ein weit gefasstes Wort, aber ich glaube ohne ohne Customer-Centricity werden Produkte heutzutage einfach nicht mehr verkauft. Der Kunde möchte seine Nutzen daraus haben. Der Kunde möchte unterstützt werden, je nachdem welches Produkt er hat.

Es gibt ganz viele Firmen die es richtig machen. Es gibt natürlich auch ganz viele Farben die ist halt wirklich sehr, sehr falsch machen oder auch sehr sehr nachhaltig unbelehrbar sind sowie beratungsresistent sind. Ich habe mir im Unternehmen ausgesucht, wo ich diese Ideation halt weiterleben konnte. 

Wir möchten Produkte für die Zukunft machen, die können digital connected sein, die können aber auch einfach nur Smart sein, aber sie müssen in die Zukunft einzahlen. Wenn dies nicht in der Unternehmensstrategie enthalten ist, dann kannst du das Produkt entwickeln wie du möchtest, dann wirst du nicht zum Ziel kommen.

Der zweite Schritt ist das natürlich auch ein Team dahinter brauchst. Das mache ich ja nicht alleine, sondern das gesamte Team muss auch diese Vision mitverfolgen. Die müssen brennen für Ihr Produkt. Für mich muss diese Blutmarke immer mit drauf sein, das muss das Produkt haben! Wenn es dem Produkt schlecht geht, geht’s mir persönlich auch schlecht und wenn es Produkt gut geht, dann kann ich feiern.

Das ist für mich halt einfach die Identifizierung mit dem Produkt, mit der Brand, mit der Idee, aber dann letztendlich auch mit der Vision. Dann geht es natürlich weiter: Als Produktverantwortlicher arbeite ich ganz enge Schulter an Schulter mit Marketing und Vertrieb zusammen. Nehme alle mit auf diese Reise nehmen – auch die müssen dafür brennen, die müssen wissen was sie tun. Da ist Expertenwissen erforderlich, damit man wirklich halt so Center of Excellence kreieren kann. Wenn der Kunde anruft, egal ob jetzt der Marketingverantwortlich, der Vertriebsverantwortliche oder der Produktverantwortliche mit dem Kunden spricht – alle müssen mit one voice to the customer sprechen. Das heißt, eine Stimme, die genau dem Kunden genau erklärt, was das Produkt kann. Und somit auch diese Idee weiter verfolgt. Dann kann auch der Kunde im sogenannten Empfehlungsmanagement weiter gehen und sagen, Mensch, super Produkt oder (wir sehen es ja auch auf Amazon): Daumen hoch, Daumen runter…  Dann sagt der Kunde, das ist genau das, was man mir erklärt hat, das, was das Produkt sein soll und das ist genau meine Erwartungshaltung – ich bin total happy.

Auf dieses Zusammenspiel kommt es letztendlich an. Ich bin absoluter Fan halt von digitalem Marketing, weil dieselbe halt auch auf den verschiedenen sozialen Netzwerken halt unterwegs bin. Da sieht man halt, wenn gutes Digitales Marketing gemacht wird oder wenn schlechtes gemacht wird. Auch da werden die Querdenker benötigt, die einfach aufgreifen können und dann richtig weiter transportieren können.

Querdenker müssen mit Leidenschaft dabei sein, ansonsten würde es nicht funktionieren

Maike: Du hast eine Sache beschrieben: Du hast geschrieben wie du die Produkte siehst und zwar sehr leidenschaftlich und was du von deinem Team erwartet. Meiner Meinung nach ist das mit eines der Kriterium, was ein Querdenker auszeichnet. Der Querdenker muss mit sehr sehr viel Leidenschaft dabei sein, ansonsten würde es nicht funktionieren aus meiner Sicht.

Desweiteren hast du gesagt, dass du im Prinzip diese ganze Strecke brauchst und Produkt Marketing Vertrieb genannt (also das klassische PMV) sowie den Handshake zum Digital Marketing hervorgehoben. Das für mich ein gutes Stichwort, weil all das, was du geschrieben hast, ist auf meiner Sicht absolut wichtig. Die IST-Situation in Unternehmen jedoch weicht sehr stark davon ab (Stichworte: Silo-denken, also Bereich-denken und viele andere Baustellen). Für mich ist das Silo-denken schon mit eines der größten Verhinderer von Erfolg richtig und aus meiner Sicht ist es die Aufgabe eines Querdenkers, diesen Irrsinn zu sehen (den sieht er sofort) und zu artikulieren. Als auch eine Lösung dafür zu schaffen. Wichtig ist es, diese Lösung nicht nur als Kann-Variante in den Raum zu stellen, sondern eben auch aktiv dafür zu sorgen, das Irrsinn abgeschafft wird, das Prozesse verschlankt werden… Damit eben die exzellente Produktentwicklung passieren kann, exzellentes vermarkten und exzellentes vertreiben. Wenn man als Unternehmen nicht diesen Anspruch hat, es super zu machen, dann soll man es sein lassen. Dann soll man konsequenter Weise die Tür zumachen… Wenn man doch wirklich ein Anliegen hat und man hat auch Potenzial…

Zum Machen gehört auch Mut! Mut-Pakete wird der große Wahnsinn

Andrea: Richtig. Das Machen fehlt meistens. Und zum Machen gehört auch Mut!

Was ich halt festgestellt habe (sowohl in die eine wie auch in die andere Richtung): Es gibt sehr mutige Unternehmer, die dann auch wirklich machen, und dann auch mit Erfolg letztendlich belohnt werden.

Aber es gibt auch viele die sagen: ja wir machen… und sich nicht trauen. Genau da ist glaube ich momentan so dieser Punkt, wo wir als Querdenker letztendlich aushebeln müssen. Okay, du kannst den Mut haben! Basierend auf der Strategie, die wir aufgebaut haben, wird diese Reise erfolgversprechend auf Basis unserer Erfahrung. Jedoch diesen Mut muss jeder Unternehmer selber aufbringen und sich halt auch einfach mal trauen. Genau daran fehlt es momentan, vor allem in Deutschland wie ich festgestellt habe, noch ganz gewaltig.

Wenn ich Mut-Pakete verkaufen könnte, dann wäre ich kürzester Zeit Millionär 😂😂😂

Maike: Sehr gute Idee! Ich glaube, der Minimalst-Mut eines Entscheiders muss darin bestehen, den Querdenker bei sich zuzulassen und entspreched auch Vorschuss-Vertrauen mit auf dem Weg zu geben, diesen eine gewisses Stück weit einfach machen zu lassen.

Andrea: Definitiv!

Maike: Hätten bisherige Entscheidungsstrukturen den richtigen Weg gefunden, hätte man schon was gemacht. Wenn man nicht weiter kommt, da muss man anders vorgehen – also Stichwort out-of-the-box. Dann muss man auch die entsprechenden Treiber-Menschen bei sich einfach mal gewähren lassen. Wir wollen andere Wege gehen, erfolgreiche Wege beschreiten und endlich mal wirklich etwas vorne bringen.

Andrea: Die Start ups können wir uns einfach als Beispiel nehmen. Das sind junge Leute, die einfach einfach mal machen – ob es funktioniert oder nicht… Wir sehen so viele Start ups kommen und gehen, die haben aber einfach den Mut es einfach mal auszuprobieren wir sehen auch sehr viel erfolgreiche Start ups die wir jetzt mittlerweile halt auf dem Markt sind und auch schon zu großen Unternehmen halt daran gewachsen sind.

Manchmal wird es jedem Unternehmen halt einfach mal gut tun, das traditionelle Business zur Seite zu stellen und alles auf eine Karte zu setzen. Vielleicht sogar mit einem neuen Investor neu zustarten. Dazu gehört Mut!

Maike: Mut & machen, das ist schönes Schlusswort. Machen und für mich persönlich aber auch genauso, das nicht machen, was definitiv Blödsinn ist.