Growth Hacking – die optimale Synthese aus Produkt, User Experience (UX) und Marketing – mit Wachstum als Ziel

Autor: Maike Petersen [11.01.2018]

Moment mal, du hast bei Growth Hacking, Bootstrapping oder Lean Marketing auch keinen Durchblick mehr? Da helfen Tomas Herzberger und Sandro Jenny mit ihrem neuen Buch „Growth Hacking – Mehr Wachstum, mehr Kunden, mehr Erfolg” weiter (erschienen im Rheinwerk-Verlag ISBN der Druckausgabe: 978-3-8362-5935-4). Endlich einmal wird im ganzen Marketing-Wirr-War klar, was Growth Hacking bedeuten soll. Also nehme ich mir das Buch mal genauer unter die Lupe, um Herauszufinden ob dieses Growth Hacking vielleicht der neueste heiße Scheiß wird oder ob sich hier praktische Hacks verstecken, die den Alltag noch erfolgreicher machen.

 [Screenshot Titel des E-Book „Growth Hacking – Mehr Wachstum, mehr Kunden, mehr Erfolg” von Tomas Herzberger und Sandro Jenny]

Positiv fällt zuallererst einmal der umfangreiche Index auf – so können die Buzzwörter schnell nachgeschlagen werden [Anmerkung am Rande: aus meiner Zeit aus Japan habe ich die Angewohnheit beibehalten, Zeitschriften und Bücher immer zuerst von hinten durchzustöbern, deswegen landete ich als erstes im Index]. Zunächst drängt sich mir der Eindruck auf, dass das Buch nur eine Ansammlung von vielen kleinen Tipps sei, die nicht weiter neu oder überraschend erscheinen. So bin ich z.B. aus reiner Neugierde im Inhaltsverzeichnis über den Punkt 3.7.3 Google Display Network gestolpert und auf Seite 97 gelandet. Dort haben mich ganze 6 Zeilen Inhalt allgemeinen Blablas und zwei Tooltipps erwartet. Ok, dass war erst einmal wenig bis gar nicht beeindruckend, eher stark enttäuschend. Der nächste Spontanest auf das, was mich inhaltlich erwartet, führte mich auf Seite 210 (Kapitel 5.4.8) zum „Teste deine E-Mails vor dem Versand”-Hack. Hier wird empfohlen, E-Mails vor Versand auf Spam hin sowie auf verschiedene Endgeräten zu testen. Vor lauter Innovation dieser Tipps und sagenhaften Genialität dieser Zeilen [Achtung: Sarkasmus] konnte ich mich kaum auf dem Stuhl halten.

Erfolg kommt nicht von allein, sondern ist begründet in harter und ausdauernder Arbeit

… so lautet eine Zeile in dem Buch „Growth Hack”, ok. Gewöhnlich verfüge ich über sehr viel Ausdauer und gebe nie gleich auf, also beschliesse ich, dem Buch noch eine Chance zu geben…

Wie bei allen Trends, insbesondere im Digital Marketing, besteht natürlich auch bei Growth Hacking die Gefahr, dass es nur ein temporäres Buzzword ist. Schlimmer noch: Growth Hacking positioniert sich sogar eine Meta-Ebene über anderen Themen wie Content Marketing und Social Media. Es ist ein Buzzword umgeben von einer Welt voll von Buzzwords! Eine einheitliche Definition von Growth Hacking lässt sich bisher im Experten-Universum nicht recht finden. Die beiden Autoren definieren es wie folgt:

[Zitat]
„(…) interdisziplinärer Mix aus Marketing, Datenanalyse und Entwicklung. Das einzige Ziel von Growth Hacking ist das Wachstum eines Unternehmens. Im Gegensatz zu traditionellen Marketingmaßnahmen wird jeder Berührungspunkt des potenziellen Kunden mit dem Unternehmen als potenzieller Kommunikationskanal in Betracht gezogen.”

Die signifikanten Unterschiede zwischen einem Growth Hacker und einem klassischen Marketer

Marketer, die als Growth Hacker aktiv sind, benötigen einen größeren Fundus an Know-how. Neben Produktmarketing ist ihr Fokus auf Wachstum gerichtet, auf neue Methoden zur Traffic-Steigerung und Conversion-Optimierung und sie kombinieren zur Erreichung der Wachstumsziele folgende drei Disziplinen:

  • kreatives Produktmarketing
  • User Experience und Webanalyse
  • Webentwicklung und Automatisierung

Einer der wichtigsten Unterschiede zwischen einem Growth Hacker und einem klassischen Marketer ist seine/ihre Fähigkeit, abseits der klassischen Kommunikationskanäle Wachstumsmöglichkeiten zu entdecken. Fernab der gängigen Pfade entwickelt der Growth Hacker kreativen Lösungsideen, um die Grenzen des Online-Marketings auszuloten. Was den Growth Hacker vom normalen Marketer unterscheidet, ist vor allem die Kombination der drei Growth-Hacking-Disziplinen, das experimentelle Vorgehen und der vollkommene Fokus auf skalierbares Wachstum. Und weitere Besonderheit: Es gibt nur sehr wenige »echte« Growth Hacker, denn nur wenige Menschen sind sowohl technisch als auch kommunikativ in der Lage, dem Anforderungsprofil zu entsprechen.

Hellhörig werde ich bei der Beschreibung des Profils eines Growth Hackers. Wer sich bisher immer schwer damit getan hat, seine berufliche Tätigkeit im Online-Business klar zu beschreiben, erhält mit dem Stempel Growth Hacker à la Definition von Sandro Jenny und Tomas Herzberger die Absolution:

[Zitat]
„Sie sind entweder technisch versierte Produktmanager, kreative Marketer oder kreative Webentwickler, die auch mal über den Tellerrand blicken. In ihrer Freizeit programmieren sie Webapplikationen oder experimentieren mit neuen Webtools. Und alle haben sie eine weitere Gemeinsamkeit: Wenn sie zum ersten Mal etwas von Growth Hacking hören, erfahren sie einen großen »Aha-Moment« und fühlen sich verstanden.”

Der Growth Hacker hat häufig einen Webentwickler-Background oder war ursprünglich SEO- oder Content- Marketing-Spezialist, Psychologie-Experte oder User Experience Profi – meist sind Growth Hacker Generalisten mit großem umfangreichen Wissens wie ebenfalls tieferes Wissen in verschiedenen Disziplinen. Eine gute Eigenschaft ist die anhaltende Neugier, die als Antriebsmotor dient, festgefahrene Pfade zu verlassen und out of the box denken zu können. Die wohl wichtigste Eigenschaften eines Growth Hackers ist die in jedem Fall die Kreativität.

Besonders hat mich auf Seite 60 [2.8.1 Das Growth Mindset] folgender Satz zum Lachen gebracht:

[Zitat]
„Neben Neugier und der Bereitschaft, durch Experimente zu lernen, gehört zum Growth Mindset aber auch eine gewisse Dickköpfigkeit. Es braucht Leute, die sich von einem Nein nicht einschüchtern lassen, die sich ehrgeizige Ziele setzen und Risiken außerhalb ihrer Komfortzone eingehen.”

Bislang kommen mir die Zeilen wie eine sehr ausführliche Jobdeskription vor für eine Tätigkeit, in der ich seit vielen Jahren aktiv bin und deren Jobbezeichnungen in den Unternehmen händeringend Experten suchen. In ihrer Not muten die wie Bemühungen der einzelnen Unternehmen, langjährig erfahrene Profis zu finden, die ihr Rad neu erfinden sollen und für schier unfassbaren Wachstum sorgen sollen, ganz niedlich an. Sie wollen die Eier legende Wollmilchsau finden, DEN Profi, der alles kann: möglichst kreativ soll er/sie sein und zuverlässig schnelles Wachstum liefern – aber bitte nicht allzu viel Wirbel und Unruhe, sprich Neues und ggf. Unbequemes, in die Abteilung bringen, da sich die Verantwortlichen in Wirklichkeit leicht mit diesem „Online“ überfordert fühlen… Ja aus eigener Erfahrung weiss ich, dass ein riesengroßer Bedarf an Growth Hackern besteht. Aber die Realität sieht allzu oft so aus, dass für wirkliche Innovationen und out of the box-Denken gar nicht die Voraussetzungen gegeben sind. Etwas Neues wagen, neue Wege einschlagen (mit allen notwendigen Konsequenzen), dass ist häufig nicht wirklich gewünscht.

Ein Growth Hacker ist häufig ein Generalist mit einem starken Produktfokus. Grundsätzlich kennt er sich mit vielen Themen gut aus, konzipiert, gestaltet und entwickelt Websites, schreibt Online-Marketing-Konzepte und bloggt.

[Zitat]
„Dieses Buch ist etwas für dich, wenn du ein neues Produkt oder ein neues Unternehmen starten möchtest und dafür überschaubare Ressourcen zur Verfügung hast, wenn du etwas Neues versuchst und die vermeintlich sicheren Wände des Alltags hinter dir lassen willst.”

Wer behält da noch den Durchblick? Das Marketing hat sich in den vergangenen 5 Jahren gravierender verändert als jemals zuvor. Aber wie um Himmels Willen kann man hier den Durchblick behalten? Die Zeit ist reif für holistisches Denken in Unternehmen, das „Upgrade“ von Querdenkern und fähigen Mitarbeitern, die mehrfache Expertisen in sich vereinen gepaart mit persönlichen Eigenschaften – lasst uns die Herausforderung der Digitalen Transformation gemeinsam stemmen.

Worum geht es:

Die Frage „Wie können wir innovative Ideen fördern, validieren und somit wachsen?” steht im Mittelpunkt des Denkens.

Was genau erwartet dich in diesem Buch:

  • Im Detail wird erläutert, was Growth Hacking ist bzw. was einen Growth Hacker oder Growth Manager ausmacht.
  • Lerne den besten Growth Hack, den du machen kannst, kennen. Genau wird erklärt, wie eine du dir fundierte Strategie zurecht legen solltest und deine Hausaufgaben machst. Die Autoren zeigen dir, wie du ohne viel Aufwand und Geld deine Nische, deine Zielgruppe und Persona findest, den Wettbewerb analysierst und auf Basis dieser Kenntnisse die Positionierung für dein Unternehmen festlegst. Damit legst du den strategischen Grundstein für alle Growth Hacks und deine gesamte Kommunikation.
  • Der Growth-Hacking-Prozess wird detailliert erläutert. Der Prozess spielt eine wichtige Rolle, damit du für dein Unternehmen die individuell richtigen Taktiken erkennst.
  • Du lernst, wie man smarte Ziele definiert, effektiv Ideen generiert, diese anschließend priorisiert und die vielversprechendsten umsetzt.
  • Im »Playbook« wartet eine große Ansammlung von Growth Hacking-Taktiken auf dich (nach dem primären Ziel bsp. Nutzerakquisition oder Umsatzsteigerung sortiert).
  • Dieses Buch bietet jede Menge Taktiken, die dir bei der Umsetzung helfen werden.
  • Eine lange nach Themen geordnete Liste gibt dir eine herovrragende eine Übersicht über aktuelle Tools – hiermit kannst du dir deinen Werkzeugkasten (Marketing-Stack) aufbauen, mit dem du 80% deiner Herausforderungen lösen kannst. Wenn du diese Werkzeuge erst einmal implementiert und richtig aufgesetzt hast, solltest du in der Lage sein, die komplette Customer Journey bedienen und messen zu können.

Der holistische Kontext: einzig Growth-Hacking im Gesamtzusammenhang zu denken, bringt Erfolg!

Herzberger und Jenny beschreiben in ihrem Buch sehr bezeichnend, dass neben der Problem- und Lösungsphase mit der Strategie eine sehr wichtige Dimension zum Double-Diamond-Modell hinzukommt. Daraus resultiert das sogenannte Triple-Diamond-Modell. Growth Hacking erweitert das Triple-Diamond-Modell in idealer Weise: Im Rahmen einer holistischen Unternehmungsbetrachtung geht der Growth Hacker ganz an den Anfang, um die Strategie zu überprüfen. Mit der „Warum”-Frage startet eine Analyse, aus der heraus das Kernproblem verstanden werden kann. Nur so kann – zusammen mit seinem Kreativitätsdrang – der Growth Hacker neue, wirksame Lösungen entwickeln.

BU: Das oben dargestellte Modell zeigt, wie gut sich das Triple-Diamond-Modell in den Growth-Hacking-Kontext einfügt [Screenshot aus dem E-Book „Growth Hacking – Mehr Wachstum, mehr Kunden, mehr Erfolg” von Tomas Herzberger und Sandro Jenny]

[Zitat]
„Wenn dein Unternehmen die zwei ersten Phasen nicht erfolgreich durchläuft, ist die Chance, mit Growth Hacking Erfolg zu haben, sehr gering, das ist der Grund, wieso wir hier so vertieft darauf eingehen. Stelle also die Weichen auf Wachstum, versuche, das Problem deiner Nutzer zu verstehen, und baue auf diesem Fundament deine kreativen Lösungsansätze auf.”

Der Growth-Hacking-Workflow

Damit der Growth Hacker effizient arbeiten kann, werden agile Methoden benötigt. Entgegen dem klassischen Wasserfallmodell besteht die Produktentwicklung im Growth Hacking aus kurzen Zyklen. Ziel ist es, frühzeitig und regelmäßig Ergebnisse zu sehen und diese analysieren und optimieren zu können.

Die Zyklen des Groth-Hacking-Prozesses bestehen aus folgenden sechs Bausteinen:

  • IDEE – kreative Ideen werden methodisch priorisiert
  • BAUEN / PRODUKT – mindestfunktionsfähiges Produkt (MVP) entwickeln und an Zielgruppe testen
  • MESSEN / DATEN – als Entscheidungsgrundlage für den nächsten Schritt werden Daten analysiert
  • LERNEN – Learnings am Ende des Prozesses helfen, das Produkt weiterzuentwickeln

BU: Die sechs Bausteine des Growth-Hacking-Prozess [Screenshot aus dem E-Book „Growth Hacking – Mehr Wachstum, mehr Kunden, mehr Erfolg” von Tomas Herzberger und Sandro Jenny]

[Zitat]
„Nach dem ersten Durchgang und eingängiger Analyse aller Daten beurteilst du die Ergebnisse, suchst nach Optimierungspotenzial, priorisiert diese nochmals und führst einen weiteren Test durch. Du kannst nur die Headline einer Website austauschen oder gleich komplexe Veränderungen an der Funktionalität des Systems vornehmen. Diese Vorgehensweise wiederholst du immer und immer wieder, bis der entscheidende Hack gelingt. Sei dir bewusst, dass auch ein fehlgeschlagener Durchgang eine wertvolle Information liefern kann.”

Da Geschwindigkeit beim Growth Hacking ein entscheidender Erfolgsfaktor sein kann, ist zu Anfang weder Zeit für monatelange erarbeitete und bis ins letzte Detail durchdachte Konzepte noch macht dies im Rahmen agiler Methoden Sinn. Vielmehr arbeitest du dich in kleinen Schritten an das Big Picture heran (think big, iterate fast).

BU: Testen & optimieren – eine Iteration sollte nach zwei bis vier Wochen abgeschlossen sein [Screenshot aus dem E-Book „Growth Hacking – Mehr Wachstum, mehr Kunden, mehr Erfolg” von Tomas Herzberger und Sandro Jenny]

Conversion-Optimierung – mit Mut zu tief greifenden Veränderungen im User Interface

Die Rolle des Growth Hacker ist sehr komplex und umso mehr das Unternehmen, für das du arbeitest (vielleicht ja auch für dein eigenes, dann: Glückwunsch!) eine stabile strategische Ebene vorweist, umso besser. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass Kunden oft der Wille und Mut fehlt für tiefgreifende Veränderungen fehlt. Oder das einem „Marketer” oder „Online-Spezi” (wie der Growth Hacker nicht zuletzt auch aus Unkenntnis heraus von außen wahrgenommen wird) im Sinne des weit verbreiteten Schubladendenkens nur bunte Werbung und ein bisschen Online-Dingsda zugetraut wird. Dabei beschreiben Herzberger und Jenny sehr schön, das ein Growth Hacker ein Consultant, Visionär, Sparringspartner, Analysist, Optimierer, und Online Marketing-Spezialist auf allen Ebenen ist.

Scheitern gehört zum Lernen und Lernen zum Erfolg

Ihr solltet euch darauf einstellen, zu scheitern. Mindestens 60% aller Hacks werden keinen positiven Effekt auf dein Business haben, und die meisten der übrigen 40% nur einen kleinen. Aber lasst euch davon nicht enttäuschen, sondern genießt den Prozess des Lernens aber auch das gehört zum Profil eines Growth Hackers: nicht aufgeben, sich nicht vom Scheitern aufhalten lassen, weitere Ideen zu entwickeln und / oder die vorherigen anzupassen– Durchhaltevermögen bis der Hack-Erfolg eintritt! Und nicht vergessen: Auch Kleinvieh macht Mist, d.h. auch Maßnahmen, die euer Wachstum nur um wenige Prozent verbessern, sind am Ende wichtig und können in Summe der entscheidende Unterschied zwischen Gewinner und Verlier sein.

BU: In einem Growth Hacker steckt deutlich mehr als in anderen Profilen: der Growth Hacker ist ein 3 Rollen-Superheld (Consultant, Business-Analyst, Online-Pro).

Selten ist Entscheidern im Unternehmen bewusst, welche Möglichkeiten ihnen mittels digitalen Strategien und der Umsetzung abseits der gängigen Wege (out of the box) zur Verfügung stehen. Ein gleichsam durchsetzungsstarker wie auch überzeugender Growth Hacker hat hier den Vorteil, sein Anliegen voranzutreiben, eine nachhaltige Veränderung im Unternehmen zu realisieren und – sobald sich erste Erfolge im Growth Hack einstellen – sich tiefergehenden Respekt zu verschaffen. Das öffnet Türen für weitergehende Veränderungsprozesse im Unternehmen und (so zeigt die Erfahrung) immer auch wertvolle Weiterempfehlungen. Der Growth Hacker ist meinen Augen ein ganz seltenes Exemplar eines 3 Rollen-Superheldes (siehe Abb. oben) und jeder Unternehmer, der einen solchen Superhelden für sich ergattern konnte, ein absoluter Glückspilz!

Optimierung durch einen Growth Hacker wird dann erfolgreich umgesetzt, wenn es auf einem stabilen strategischen Fundament und einem Fit zwischen den Nutzer- und den Unternehmenszielen aufbaut. Voraussetzung ist der Wille und Mut des Unternehmens (tiefgreifende Veränderungen sind fast immer notwendig), die Customer Journey entsprechend den Bedürfnissen der Kunden zu gestalten. Die richtigen Ressourcen (ganz wichtig: geeignetes Personal) und die technische Infrastruktur müssen vorhanden sein oder aufgebaut werden. Die wichtigsten Ansatzpunkte für Conversion-Optimierung sind A/B-Testing (z.B. von Formularen oder Call-to-Actions auf Buttons), E-Mail-Marketing (z.B. an Kaufabbrecher) oder Persuasive Copywriting.

[Screenshot aus dem E-Book „Growth Hacking – Mehr Wachstum, mehr Kunden, mehr Erfolg” von Tomas Herzberger und Sandro Jenny]

Über die Autoren

Sandro Jenny ist Online-Spezialist mit Fokus auf Growth Hacking und als gelernter Mediengestalter und nach Online Marketing- und User Experience-Studium aktuell bei der Fundraising Company in Fribourg (CH) als Head of Graphic Design & Digital Fundraising tätig.
Tomas Herzberger hat Medienwirtschaft in Wiesbaden sowie Digital Storytelling in den USA studiert, war als Digital Mediaplaner und Digital Marketing Manager tätig. Seit 2014 hilft er Start-ups, Mittelständlern, Konzernen und Agenturen als selbstständiger Berater und Interim Manager beim Wachstum durch Digitales Marketing.

Vor Veröffentlichung ihres Buches haben sich die beiden Autoren viele ihrer eigenen Strategien und Taktiken aus dem Buch zunutze gemacht: Die Website http://growth-hacking.rocks ging an den Start, lokale Growth-Hacking-Meetups, Newsletter, Facebook-Gruppen und Influencer-und Multiplikatoren-Information folgten. Der Austausch mit einigen der besten deutschsprachigen Marketer wie Ben Harmanus, Björn Tantau, Inken Kuhlmann, Mario Jung, Mirko Lange und André Morys verschaffte nicht nur inhaltliche Bereicherung, sondern war auch ein cleverer Schachzug der beiden Online Profis.

Kreative und datenbasierte Denke des Growth-Teams

wird zum internen Treiber für Innovationen jeglicher Art

Wachstum ist eine viel zu ernste Angelegenheit, als dass dies einfach so nebenher mit einem einmaligen Growth Hack-Prozess quasi wie von alleine passiert (fatal wenn Entscheider so denken würden: ‚mal eben so einen Externen engagiert, dann habe ich meine Schuldigkeit getan und dann läuft das schon’). Das Bilden von interdisziplinären Growth-Teams und das Etablieren einer echten Growth-Kultur ist die eigentliche Herausforderung für ein Unternehmen. Es bedarf nicht nur eines Growth-Team mit den notwendigen Ressourcen (insbesondere im Bereich IT und Entwicklung), sondern vor allem die unbedingte und nach allen Seiten kommunizierte Unterstützung durch die Geschäftsleitung!

[Zitat]
„Wenn ein Growth Hacker nicht in die Unternehmensprozesse integriert wird, ist die Akzeptanz meist sehr gering, was einer der Hauptgründe dafür ist, wieso Growth-Hacking-Initiativen in Unternehmen scheitern. Die Entwicklung einer Growth-Kultur ist kein einfaches Unterfangen, alle Beteiligten müssen das neue Credo akzeptieren und die Änderungen der internen Prozesse befürworten. In kleinen Unternehmen und Start-ups muss häufig der Gründer selbst die Wachstumsinitiativen anstoßen und vorantreiben. In größeren Unternehmen müssen verschiedene Abteilungen und Abteilungsleiter an einer gemeinsamen Wachstumsvision arbeiten.”

Das Growth-Hacking-Board

Hacks einfach umzusetzen und schnell Lernfortschritte zu erzielen, dafür haben Herzberger und Jenny eine Methode entwickelt. Diese besteht aus einem Raster und zwei verschiedenen Dimensionen:

  • Erste Dimension (vertikal): der Growth Hacking Funnel
  • Zweite Dimension (horizontal): der Growth-Hacking-Prozess

[Screenshot aus dem E-Book „Growth Hacking – Mehr Wachstum, mehr Kunden, mehr Erfolg” von Tomas Herzberger und Sandro Jenny]

Im Team wird mit dem Growth Hacking-Board an neuen Ideen gearbeitet. Tests in einer sehr frühen Produktentwicklungsphase liefern wichtige Erkenntnisse und das Benutzererlebnis für dich und deine Kunden kannst du so nachhaltig verbessern. Sobald die Testszenarien feststehen, können alle Maßnahmen geplant und die Funktionen entwickelt werden (nach Prio vorgehen).


Und sonst so?

Neben den sehr gut verständlich dargestellten Growth Hacking-Besonderheiten wartet das Buch mit einer Fülle an spezifischen Hacks an. Dabei, mal ganz ehrlich und offen gesprochen, sind viele Banalitäten und als erfahrener Online-Spezi wunderte ich mich beim Lesen sehr oft, dass diese manchmal in wenigen Sätzen abgehandelte Hacks in solch ein Buch gehören. Aber das Konzept von Herzberger und Jenny ist anscheinend ein absolut umfassendes Komprehendium zu schaffen, in dem kein Detail fehlen darf. Wer dies alles in und auswendig kennt, überspringt einfach die meisten Seiten ;o)))

Eine wichtige Voraussetzung für erfolgreiches Growth Hacking ist Neugier und der Mut, alles Gegebene zu hinterfragen – mit der Absicht es zu verbessern. Also, viel Spaß bei der Umsetzung und viel Erfolg für deine Hacks!

Fazit

Für wen eignet sich das Buch „Growth Hacking – Mehr Wachstum, mehr Kunden,mehr Erfolg”? Für alle diejenigen, die noch wenig Erfahrung im Online Marketing haben und für alle, die grundsätzlich sehr unsicher sind und Anleitungen benötigen. Diese Personen werden definitiv eine Fülle an Know-how aus diesem Buch ziehen können. Dieses Buch soll theoretisches und praktisches Wissen vermitteln, für Denker und für Macher, für strategische Growth Manager und operative Growth Hacker. Großer Vorteil: Es wird nicht nur theoretisches Wissen vermittelt, sondern mit dem Playbook wartet Growth Hacking mit jeder Menge hilfreicher Tipps, die sofort in die Praxis umgesetzt werden können.

Es verhält sich in der bunten und schnelldrehenden Welt des Online Marketing genauso, wie die Autoren zu Beginn klarstellen: „Wenn du ein neues Produkt erfolgreich starten möchtest, musst du mutig genug für Experimente sein.” In diesem Sinne: probiert ganz viel aus und macht euer Ding – ob mit Hilfe der Growth Hacking-Tipps oder ohne, Hauptsache ihr habt Erfolg!

DIGITAL Marketing Expert | Maike Petersen