Erfolgreiche Instagram-Posts erstellen und Reichweite generieren

Autor: Maike Petersen [28.09.2017]

Die neuesten Nutzerzahlen von Instagram zeigen die weiterhin zunehmende Beliebtheit dieses Social Channels: Allein in Deutschland sind jeden Monat 15 Mio User auf Instagram aktiv. Weltweit sind es insgesamt 700 Mio User. Täglich nuten zudem 250 Mio Menschen Insta-Stories, die vor knapp einem Jahr ins Portfolio der Möglichkeiten aufgenommen wurden. Zunehmend verwenden Unternehmen Instagram für ihre Zwecke, 50% von ihnen haben bereits eigene Erfahrungen mit Insta-Stories gesammelt. Egal ob du als Privatperson oder Social Media Manager eines Unternehmens auf Instagram aktiv bist, mit einigen Tricks und Best-case erprobten Tipps kannst auch du die Reichweite deiner Beiträge ausbauen und mehr und mehr User für dich begeistern.

DIGITAL Marketing Expert | Maike Petersen

Die Übersicht deines Instagram-Accounts ist eine Sichtweise, wie die User mit deinem Inhalt in Kontakt treten. Wer sich bewusst über dich und dein Business auf deinem Profil informieren will, der wird von einem einheitlichen Look, einer wiederkehrenden Bildsprache und deinem ganz persönlichen Stilüberzeugt. Diese Chance für sich zu nutzen, ist eine Seite. Die andere Seite der Medaille: Jeder einzelne Post wird einzeln im Feed der Insta-User gezeigt. Folglich muss auch der einzelne Post überzeugen.

Tipp #1: Definiere deinen Erfolg auf Instagram

Reichweite, Awareness, möchtest du dich einfach nur mit anderen austauschen? Ist die Engagement sichtbar? Was sind realistische Ziele? Definiere deine ganz persönlichen Kennzahlen. Aber, die pure Zahl alleine ist noch gar nicht aussagefähig. Es können z.B. einige wenige wertvolle Leads entstehen, die dich aber genau weiterbringen… nicht immer ist Masse gleich Klasse. Instagram funktioniert am besten, wenn es einfach nur Spaß macht (auf beiden Seiten: Sender und Empfänger). Das Ausleben von Kreativität und der Austausch mit anderen steht im Vordergrund und lässt sich nicht in der Zahl der Follower ablesen.

Tipp #2: Die Macht des Fotos

Ja, Instagram lebt von großartigen Fotos! Dafür ist nicht unbedingt oder immer eine Profi-Kameraausrüstung erforderlich, denn auch emotionale Handy-Fotos können genauso funktionieren. Welche Fotos für dein Business die richtigen sind, solltest du genau definieren. Auch wiederkehrende Bildsprache in deinem Profil ist vorteilhaft.

Möchtest du auffallen? Vorbei sind die Zeiten, in denen ausschließlich Quadrat-Formate auf Instagram veröffentlicht werden konnten und dem Hochformat nur mittels App seitlich weisse Ränder hinzugefügt werden mussten. Fotos im Hochformat (vertical, ma. 4:5) sind für Follower beim Durchscrollen auffälliger und werden displaystark angezeigt.

Inspiration ist für viele Instagram-User ganz wichtig. Deine Fotos können dazu beitragen, das sich die User abgeholt fühlen, inspiriert sind beim Betrachten deiner Fotos, dass Sie ganz aus dem Häuschen seine und so spontan das kleine Herzchen drücken…. Lass dich zwischendurch immer wieder selber inspirieren und schau dir bei deinen persönlichen Favorit einfach die besten Posts an. Finde heraus, was die verwendeten Fotos so besonders macht, warum dich dies oder jenes Foto so begeistert – und dann mache es nach, experimentiere und gehe innerlich immer wieder ein, zwei Schritte zurück und schaue mit neuem Blick auf deinen Content. Wenn du Anregungen benötigst, stöbere doch einmal im Instagram-Explore-Tab. Das wird immerhin täglich von einem Drittel der  Instagram Nutzer genutzt.

Tipp #3: Locations für Posts und Insta-Stories

Was bei Posts vielen schon selbstverständlich ist, funktioniert auch bei Insta-Stories: Ähnlich wie bei den Hashtags für Instagram Stories solltest du auch Locations bzw. Ortsangaben markieren. Das ist eine einfache Methode, die Reichweite deiner Stories zu steigern und somit neue Nutzer anzusprechen, welche dann im Idealfall deinem Account folgen.

Tipp #4: Video performt und das Testen von Insta-Stories lohnt sich

Wusstest du, dass mittlerweile über 250 Mio User Instagram Stories nutzen (daily)? In dieser Zahl sind alle zusammengefasst, die eigene Insta-Stories erstellen oder konsumieren, was Friends, Influenzier oder Unternehmen so produzieren. Besonders letztere haben das Tool für sich entdeckt – mehr als 50% der auf Instagram aktiven Unternehmen haben bereits Installiert-Stories veröffentlicht! Schon lange ist es kein Geheimnis mehr, dass Videoformate (und zu diesen wird auch Installiert-Stories gezählt) beliebter sind, als Fotos oder reiner Text. Mit der weiten Verbreitung von Smartphones einhergehend ist auch der Videokonsum auf dem Smartphone gestiegen. Und es ist noch kein wirkliches Ende dieser rasanten Entwicklung abzusehen: Experten gehen davon aus, dass bis 2021 die gesehenen Video-Minuten pro Tag um fast 860 Prozent steigen werden. Der Vorteil der Insta-Stories liegt u.a. im Format Portrait (vertical), durch dass der Bildschirm voll ausgenutzt wird. Eine URL kannst du einbauen und über einen Button andere Nutzer erreichen. Die Länge und die Anzahl der Inhalte ist entscheiden für das gute Performen deiner Insta-Stories. Hashtags können direkt in die Stories implementiert werden und mit einem kreativen Set oder einem Überraschungsmoment kannst du Insta-Stories erfolgreich für deine Zwecke einsetzen. Im Instagram-Hilfebereich findest du eine lange Liste hilfreicher Kurzinfos zu den verschiedenen Theen rund um Instagram Stories. Tipps für Instagram-Videos und Insta-Stories findest du in einem unserer Blog-Posts genauso wie zur Nutzung von Facebook Creative Hub.

Tipp #5: Format mit Stil und gut leserlich

Auch wenn Instagram als Channel von starken Fotos lebt, landen im News-Feed immer mehr Posts mit langen bis sehr langen Texten. Egal ob bei Gewinnspielen, bei Influencern, die Produkte anpreisen, bei Challenges o.a., das Formatieren des Textes für ein besseres Lesevergnügen deiner User ist ganz wichtig. @jamescharles und @depthobsessed sind z.B. wahre Meister der Formatierung: Absätze mit Punkten (einzeln oder in Masse), Nummerierungen, Versalt-Texte, Leerzeichen und gezielter Einsatz von Emojis ordnen die Textmassen. So kannst du dies auch ganz einfach selber machen: Schreibe deinen Text vorab im Text-Editor deines Smartphones. Für die Punkte-Formatierung („123“ tippen und dann die Return-Taste klicken) kannst du hier ganz entspannt alles vorbereiten und anschliessend mit Copy&Paste den gesamten Text in deinem Beitrag oder im Kommentarfeld verwenden.

Tipp #6: Das Ding mit dem Wording, emotional, frech, überzeugend

Die große Kunst ist es, gleich in den ersten Zeilen auf den Punkt zubringen, worum es geht, den User emotional abzuholen und für dein Thema zu fesseln. Längere Texte werden gerne gelesen, aber er muss gut eingeleitet werden. Überrasche deinen User durch Wortwahl (aber immer schön positiv, mal lustig, mal emotional aufwühlend), überlege dein Wording gründlich, fasse dich eher kurz, aber sprachlich charmant. Immer wieder schaffen es einige Accounts, mit witzigen Bildunterschriften ihr Stammpublikum zu verzaubern, so dass die User sich schon auf die nächsten Posts freuen. @jamesblunt wird für seine kurzen und witzigen Statements heiss und innig geliebt. Versuche, mit dem Wording deine persönliche Note (individuell, persönlich, frech) zum Ausdruck zu bringen.

Tipp #7: Deutlich mehr Awareness mit Emojis

Sie sind bunt, manchmal lustig, manchmal nicht eindeutig zuzuordnen und sorgen einfach nur für viel Aufmerksamkeit. Mit den passenden Emojis kannst du die Aussage deines Textes unterstreichen, das Auge des Users fesseln und Testpassagen strukturieren, indem du sie mit Emojis voneinander trennst und diese je nach Sinnabschnitten gezielt einsetzt. Bei längeren Texten achte auf die Platzierung deiner Emojis in den ersten Zeilen, um deine User für den Klick auf „mehr” so richtig anzutriggern.

Tipp #8: Hashtags, Hashtags, Hashtags (ab damit in die Kommentare, wenn es deine Ästhetik stört)

Ob du deine Hashtags komplett in die Kommentare verbannst, weil es deinen persönlichen Anspruch an Ästhetik stört, oder die Hashtags mit geschickter Formatierung von deinem Text absetzt, wen stört’s? Beides ist eine sinnvolle Taktik, mit einer Vielzahl an an strategisch wichtigen Hashtags umzugehen. Achte darauf, dass sie inhaltlich mit Text und Foto im Einklang stehen. User durchsuchen mittels Instagram-Suchfeld nach für sie bedeutungsvollen Keywords und landen so, auch lange nach Veröffentlichung deines Posts, auf deinem Content. Erfahrungsgemäß steigern viele Hashtags, passende gemäß Content und angesagte Hashtags die Reichweite. Bei Eingabe der ersten Buchstaben nach der # zeigt dir Instagram die verwendeten Hashtags mit Kennzahlen für Häufigkeit an. Dies hilft bei der Entscheidung, welche Hashtags du nutzen solltest. Und: Keine Hashtags von der Instagram-Sperrliste verwenden!

Probier einfach mal aus, welche Hashtags für dich am besten funktionieren,  indem du in verschiedenen Posts unterschiedliche Hashtags (auch in unterschiedlicher Anzahl) verwendest. So kannst du nach und nach herausfinden, wie viele und welche Hashtags bei deinen Posts am besten performen.

Tipp #9: Markieren, Erwähnung, Engagement und Small Talk mit deinen Followern

Such dir starke Partner, Meinungssprecher, Mitarbeiter, Freunde oder Profile, die für deinen Themenbereich relevant sind. Durch das Taggen und die Erwähnung kommt ihr ins Gespräch. Setze gleichzeitig auf Engagement, kommentiere, like und sei möglichst viel präsent. Hilfreich für den Austausch zwischen zwei Accounts ist das gleichzeitige Markieren. Verweisen zwei Blogger in ihren Beiträgen gegenseitig aufeinander (CroPro-Post), profitieren schliesslich beide.

Tipp #10: Nutze eine Challenge in deinem Themenfeld zur Reichweitensteigerung

Spring auf den Zug der Challenges und poste mit den jeweiligen Hashtags – das kann neue User bringen, die sich durch die schönsten Einsendungen klicken. Die Instagram-eigene Challenge #diewocheaufinstagram findet jede Woche unter einem neuen Motto statt. Verwendet das Hashtag #diewocheaufinstagram, um eure Bilder für die wöchentliche Auswahl zu nominieren. Welche Challenge dir am besten hilft, hängt von deinem Themenfeld ab. Auch hier gilt wieder: probieren, probieren, probieren…

Tipp #11: Remember me – poste regelmäßig und bleibe in Erinnerung

Es gibt keine Faustformel für die Häufigkeit für Beitrags-Aktivitäten auf Instagram. Hast du nichts zu erzählen, dann lass es lieber sein… Bietet dein Thema dagegen viel Content, dann probier aus, welche Post-Frequenz bei deinen Usern besser ankommt. Für jede Faustformel, die du an allen Ecken von schlauen Menschen ungefragt erhälst (2-3x wöchentlich, 1x täglich etc.) gibt es genügend Gegenbeispiele. So schafft z.B. @jamescharles immer wieder 2 Posts am Tag mit jeweils einer Leistungssteigerung. Aber ein Zuviel des Guten ist auch nicht hilfreich.

Hier sei die Kampagne des Tiguan-Gewinnspiels von VW genannt: Der extra eingerichtete Instagram Account @vwrulethworld erscheint trotz Werbebrimborium nicht so recht zu zünden. Alle 36 Beiträge wurden am 16.September 2017 eingestellt. Die meisten dieser Beiträge weisen mit deutlich unter 50 Gefällt mir-Angaben eine magere Bilanz vor. @vwruletheworld ist ein gutes Beispiel dafür, wenn Instagram auf dem Reissbrett in coolen Agenturräumen gedacht und geplant wird. Als „Gesamtkunstwerk” funktioniert das VW-Beispiel: Das Profil hinterlässt einen guten Eindruck davon, alle Posts sind in ihrer Anordnung gut durchdacht und machen in ihrer Gesamtkomposition die Übersicht zu einer Werbefläche mit Mehrwert. In der Praxis fehlt solchen scheinbar auf Krampf konstruierten Accounts das regelmäßige Posten (und Auftauchen als Werbeerinnerung) im Newsfeed der User. Es fehlt die Lebendigkeit und berücksichtigt nicht, dass die einzelnen Beiträge auch als Einzelversatzstück funktionieren müssen. Dass dies bei VW-Tiguan nicht funktioniert, zeigen die niedrigen Gefällt mir-Angaben und auch die – trotz massiven Werbeeinsatzes – überschaubare Anzahl der Fans (3.799; Stand 28.09.2017). Fazit als Lehre aus der VW-Kampagne Rule The World: 36 Beiträge an einem Tag zu posten und danach rein gar nichts von sich zu geben, hilft nicht wirklich!

Tipp #12: Kreativität ist das Non plus ultra

Alle noch so gut gemeinten Tipps nützen dir relativ wenig, wenn sich deine Insta-Posts als langweilig (nicht relevant für die User) und hochgradig unkreativ erweisen. Dies bezieht sich sowohl auf das verwendete Foto / Video als auch auf den Text. Möchtest du mehr Reichweite erzielen, probier doch deine Posts mit einem Kreativitätsschub zu pushen.

Jetzt bist du an der Reihe! Experimentiere, mache, lass dich nicht aufhalten – viel Spaß & viel Erfolg!

DIGITAL Marketing Expert | Maike Petersen